©R.Brembeck
Unsterbliche Liebe zu Sprache und Schrift:
CHRISTOPH RANSMAYR liest "Als ich noch unsterblich war"
15. März 2024
Preview auf Literatur & Wein

Unter dem Übertitel Unterwegs nach Babylon hat Christoph Ransmayr bei S. Fischer bislang zwölf kleine Bände zu unterschiedlichen "Spielformen des Erzählens" veröffentlicht. Die titelgebende Erzählung des aktuellen Bandes Als ich noch unsterblich war, die erste von 13 Geschichten, ist eine Rede (gehalten zur Eröffnung der Basler Buchmesse), in der Christoph Ransmayr seine Entdeckung von Sprache und Schrift schildert. Als Kind legt er aus Buchstabensuppe Buchstaben-Tiere, Muster und Armeen bis er "am Porzellanstrand", so Ransmayr, lesen lernt. Die Schrift als größte aller Erfindungen und Möglichkeitengeber. Alles, was er in dieser Welt sah, was er hörte, dachte, wünschte, konnte in Sprache, in Schrift verwandelt werden!

Die Entdeckungsreise führt von Irland in den Transhimalaya, aus dem oberösterreichischen Bergland zu den Bürgerkriegsschauplätzen Sri Lankas oder in die Sahara, in den Frieden afrikanischer Nebelwälder und ins Südchinesische Meer. Das Leben selbst bestimmt den verführerischen Rhythmus der Erzählungen, das Entstehen und die Vergänglichkeit, den Aufbruch in die Welt und die Heimkehr ins Vertraute.

Ransmayr, ein Reisender, bezeichnet sich selbst als "hochalpinen Spaziergänger", der den Globus auf seine Weise erkundet und mittels des "Möglichkeitengebers Schrift" seine Welt-Anschauung darlegt, nimmt Leser*innen mit in die Ewigkeit von Literatur.

Das Wort vermag den, der es schreibt oder liest nicht nur über Meere und Gebirge, sondern über die Zeit selbst zu erheben – bleibt es doch zumindest lesbar, wenn er selbst bereits seit Jahren oder Jahrtausenden wieder ver- stummt ist.
(zitiert nach: Christoph Ransmayr über das Erzählen: Eine Stimme und ein Ohr, Der Standard, Dezember 2015)


Mit einer feinen Weinauswahl vom Weingut Bruno Kirschbaum.
CHRISTOPH RANSMAYR LIEST

15. März, 19 Uhr
Literaturhaus NÖ

Eintritt €18 / €15
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